Jubiläum! 111. Schönefelder Schloßkonzert

Sonnabend, 22. Januar 2011
18.00 Uhr

Werke von verschiedenen Meistern der Barockmusik

Gesine Adler - Sopran
Chursächsische Capelle Leipzig

Am 22. Januar 2011 findet das 111. Konzert der Schönefelder Schloßkonzerte statt. Freuen Sie sich ab 18 Uhr auf einen bunten Abend mit vielen Erinnerungen an die
110 vergangenen Konzerte! Feiern Sie mit uns!



Das Konzert wurde gefördert durch die Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V.

 

Schönefelder Schloßkonzert

Sonnabend, 26. März 2011
19.30 Uhr

Innsbruck, ich muss dich lassen
Musik der Innsbrucker Hofkapelle

Chursächsische Capelle Leipzig

Die Innsbrucker Hofkapelle im Wandel der Zeiten

Wie an vielen Höfen der damaligen Zeit durchlebte auch die Hofkapelle in Innsbruck Höhen und Tiefen. Musiker wurden entlassen, neue aus dem Ausland dazu geholt... Wir möchten in unserem Programm eine kleine Reise durch fast 100 Jahre der Musikgeschichte am Innsbrucker Hof machen. Hören Sie Werke von Bartolomeo de Selma y Salaverde, William Young, Giovanni Antonio Pandolfi Mealli, Georg Arnold, Giovanni Buonventura Viviani und Gottfried Finger.

Nach dem Tode Erzherzogs Maximilian wurde 1618 Erzherzog Leopold zunächst als Statthalter und ab 1623 als souveräner Landesfürst berufen. Er brachte seine eigene Kapelle aus dem Elsaß mit nach Innsbruck und entließ die Musiker seines Vorgängers. Erzherzog Leopold stellte außerdem viele italienische Musiker an, die im Stile Nuovo komponierten, welchen Leopold auf seinen Italienreisen kennengelernt hatte.

In dieser Hofkapelle wirkte u.a. der zu seiner Zeit bedeutendste Fagottist Bartolomeo de Selma y Salaverde (1628-1630).

Auch das Theater kam auf improvisierten Bühnen in den Sälen der Hofburg, des Schlosses Ambras oder im Jesuitenkolleg wieder zur Geltung.

1632 verstarb Erzherzog Leopold. Im Zuge von Einschränkungen der Hofhaltung wurde über die Hälfte der Sänger und Musiker entlassen, darunter alle Italiener (bis auf einen, der gleichzeitig Hofkaplan war).

Unter Erzherzog Ferdinand Karl (1646-1662) und seiner Gemahlin, Anna von Medici, erlebten Musik und Theater eine neue Blütezeit. Die eigentliche Hofkapelle, die unter dem Kapellmeister Ambrosius Reiner (1648 bis 1672) die Kirchenmusik zu versehen hatte, und die Hoftrompeter, deren Hauptaufgabe die Musik im Freien war, setzten sich fast ausschließlich aus Deutschen zusammen. Die Kammermusiker, die virtuosen Sänger, darunter mehrere Kastraten, und Instrumentalisten, die auch den Grundstock des Opernpersonals bildeten, waren Italiener. Der englische Gambenspieler und Komponist William Young (vor 1652-1662) bildete eine Ausnahme. Kammerkapellmeister war Marc'Antonio Cesti (1652-1665), der im Auftrag des Fürsten mehrere Opern komponierte. Als »Superintendent über die Cammermusic« hatte der gleichzeitige Hofkaplan und Geiger Antonio Maria Viviani (als Abbate Viviani bekannt) die organisatorische Leitung. Unter den Kammermusikern war u.a. Giovanni Antonio Pandolfi Mealli. Er widmete Abbate Viviani eine seiner Violinsonaten (La Viviana). In dieser Zeit brachte Georg Arnold, eigentlich Hoforganist in Bamberg, sein Opus 3, eine Sammlung von Canzonen, Arien und Sonaten für Streicher (teilsweise mit Fagott) und Basso Continuo in Innsbruck heraus.

Durch Abbate Vivianis Vermittlung kam 1656 der mit ihm verwandte Giovanni Buonventura Viviani achtzehnjährig nach Innsbruck und erhielt eine Anstellung als Violinist. 1648 wurde er Hoforganist und hatte als Beichtvater und enger Vertrauter des Tiroler Landesfürsten großen Einfluss. 1672- 1676 wirkte Viviani als Innsbrucker Hofkapellmeister, nachdem er nach Auflösung der alten Hofkapelle einige Jahre in Venedig verbracht hatte.

1707 brachte der neue Statthalter Karl-Philipp von der Pfalz-Neuburg aus seiner schlesischen Residenz Musiker nach Innsbruck. Konzertmeister dieser Kapelle war der aus London zurückgekehrte Gottfried Finger (1707-1717).

Als Karl Philipp nach dem Tod seines Bruders Johann Wilhelm Regent der pfälzischen Erblande wurde und 1717 Innsbruck verließ, folgte ihm auch seine Musikkapelle über Neuburg und Heidelberg nach Mannheim. Sie bildete den Grundstock jenes Orchester, das unter Johann Stamitz und seinen Nachfolgern internationalen Ruhm gewann.

Der Kaiser wollte bei seinen zentralistischen Bestrebungen für Tirol keinen Statthalter nominieren und ordnete 1724 die Auflösung der Hofmusik an. Ein Einspruch der Tiroler Kammer verhinderte eine sofortige Entlassung der Musiker. Da keine Neuanstellung von Musikern erfolgen durfte, war die Innsbrucker Kapelle zum Aussterben verurteilt. Ihre vier letzten Mitglieder wurden 1748 durch Kaiserin Maria Theresia entlassen.

„Innsbruck, ich muss dich lassen“?

Anne Schumann

Sommerfest am Dresdner Hof

Sonnabend, 25. Juni 2011
16.00 Uhr

Unbekanntes aus einem Dresdner Notenschrank

Werke des berühmten Schranck II der
Sächsischen Landesbibliothek (Teil I)

Chursächsische Capelle Leipzig

Im sogenannten Schrank II der Dresdner Landes- und Universitätsbibliothek sind viele musikalische Schätze zu entdecken. In diesem Schrank wurden Instrumentalwerke der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts aufbewahrt, die zum großen Teil aus dem Nachlass des Konzertmeisters Johann Georg Pisendel stammen. Werke von Fasch, Telemann, Hasse und Quantz, aber auch von Vivaldi und Albinoni füllen die vielen Fächer dieses Schrankes. Aber zwischen den berühmten Komponisten findet man auch viele unbekannte Namen.

Wir haben uns für einige unserer nächsten Konzerte vorgenommen, aus den anonymen Kompositionen Programme zusammenzustellen. So können Sie auch zum Sommerfest Werken lauschen, von denen einige bisher nur in den Fächern des Schrankes verstaubten.

WIR MACHEN FRÜHJAHRSPUTZ!!!
Wir entstauben Werke von Schreyfogel, Ardespin, Porsile und Elmi. Kennen Sie diese Namen? Wir nicht, noch nicht!

Freuen Sie sich mit uns auf eine interessante Auswahl barocker Suiten und Concerti.

Sommerfest 2010

Das Sommerfest findet wie jedes Jahr im Park und Schloss Schönefeld statt. Kaffee, Tee und Kuchen sind im Preis inbegriffen. Für herzhafte kulinarische Köstlichkeiten und Wein sorgt wie immer "Jaques' Wein-Depot".

Wir freuen uns auf einen sonnigen musikalischen Nachmittag mit Ihnen!

Ihre Chursächsische Capelle Leipzig

 

Schönefelder Schloßkonzert

Sonnabend, 24. September 2011
19.30 Uhr

Die geheimen Tagebücher
Barocke Musik aus England mit Lesungen
aus den Tagebüchern von Samuel Pepys

Chursächsische Capelle Leipzig

Die Tagebücher des Samuel Pepys aus den Jahren 1660-1669 sind ein interessantes Zeugnis vom Leben in England. Pepys wuchs zur Zeit Oliver Cromwells als Sohn eines Schneiders auf. Er arbeitete in den "richtigen Kreisen" und konnte sogar selbst mit dabei sein, als Charles II. aus seinem Exil nach England zurückgeholt wurde. In dieser Zeit beginnt das Tagebuch. Er beschreibt darin sein tägliches Leben, private Geschichten, aber auch Interessantes in historischer Hinsicht, vor allem, da aus der damaligen Zeit durch verschiedene Gründe, z.B. das große Feuer 1666, viele Aufzeichnungen verloren gingen. Pepys schreibt seine Tagebücher in einer Art Kurzschrift, vielleicht, um sie vor neugierigen Blicken zu schützen.

Aber auch für die Musikgeschichte ist die Zeit der Restauration nach den Bürgerkriegen in England interessant. Charles musste ins Exil und verbrachte dort einige Zeit in Frankreich. Ludwig der XIV. war noch ein Kind und der berühmte Komponist Lully bereits am Hofe tätig. Charles hörte bei seinem Aufenthalt auch die "24 violons", ein Orchester, das Ludwig der XIII. gegründet hatte. Nach heutiger Sicht spielten: sechs 1. Geigen (Dessus), vier 2. Geigen - das waren kleine Bratschen (Haut-contre), vier Bratschen (Taille), vier größere Bratschen (Quinte), sechs Bassinstrumente - das waren größere Celli (Basse de violon). Er war davon so begeistert, dass er bei seiner Rückkehr in England ein ebensolches Orchester aufbauen ließ. Er nutzte dafür nur englische Musiker und übergab die Leitung Matthew Locke. Offensichtlich wollte Charles keine Kopie des französischen Stiles, sondern englische Musik an seinem Hofe hören. Aber scheinbar befriedigte ihn das Ergebnis nicht ganz, denn er sandte 1662 den Geiger John Banister zu Lully zum Studium nach Frankreich und verpflichtete später einen französischen Konzertmeister an seinen Hof.

Wir haben für unser Programm Theatermusiken von Matthew Locke in den Mittelpunkt gestellt. Sie werden sowohl Musik für eine "Tragedy" (Macbeth) als auch eine "Comedy" (The Lady in the Tub) hören. Weitere Stücke verschiedener englischer Komponisten wechseln sich mit Lesungen aus den Tagebüchern von Samuel Pepys ab.

 

Schönefelder Schloßkonzert

Sonnabend, 12. November 2011
19.30 Uhr

Anonymus, Kammermusik am Sächsischen Hof

Werke des berühmten Schranck II der
Sächsischen Landesbibliothek (Teil II)

Katharina Ditter - Traversflöte
Dorothea Vogel - Violine
Klaus Voigt - Viola d'amore
Fabian Boreck - Violoncello
Ludger Rémy - Cembalo

Wer schon im Juni zu unserem Sommerfest den unbekannten Werken aus dem Dresdner Schrank II lauschen konnte, wird damals gemerkt haben, welch schöne Musik noch unerforscht in den Archiven mancher Bibliotheken schlummert. Am 12. November 2011 zum nächsten Schönefelder Schloßkonzert erklingen nun kleiner besetzte anonyme Kompositionen ebenfalls aus diesem Schrank. Freuen Sie sich auf unbekannte Werke für Flöte, Violine, Viola d'amore und Basso Continuo.

 

Weihnachtskonzert

Sonnabend, 10. Dezember 2011
15.30 Uhr und 19.30 Uhr

Psalterio

Elisabeth Seitz - Hackbrett

Chursächsische Capelle Leipzig

PSALTERIO

Das ist eine der zahlreichen Bezeichnungen für ein selten zu hörendes Musikinstrument. Wir freuen uns deshalb besonders, für unser diesjähriges Weihnachtskonzert Elisabeth Seitz ankündigen zu können, die sich als Hackbrettspielerin einen Namen machen konnte. Sie hat sich ausführlich mit diesem Instrument befasst. Lesen Sie selbst, was Elisabeth Seitz über das Hackbrett schreibt:

Die Farben des Psalteriums

Von griech./lat. Psalterium/-ion: Psalter(-ium), Psaltery, Salterio, im Arabischen schließlich Santur, ursprünglich eine Bezeichnung für die Psalmen, aber auch für die Saiteninstrumente, die zur Begleitung beim Vortragen der Psalmen verwendet wurden.

Von griech. tympanon: Tympano, Zymbal u.ä., im deutschen Sprachraum "Hackbrett", Hackebord u.ä., Bezeichnung für geschlagene Instrumente.

Von lat./griech. dulce melos = süßer Klang: (Hammered) Dulcimer, Dulce Melos …

Welch verwirrende Namensvielfalt für dieses Instrument!

J. Ph. Eisel definiert es 1738 folgendermaßen:

Das Hackebret ist ein länglich-viereckiges mit metallenen Saiten, wie ein Clavichordium bezogenes Instrument darauf man mit zweyen forne etwas gebogenen Stecklein schläget, und nach Noten allerhand Stücke spielet. Dieses tändelnde Instrument ist zwar nicht ohne Annehmlichkeit, und wird dann und wann bei Kirchen - und andere Musique zum Accompagnement gebrauchet. Weil es aber bishero so übel gemissbrauchet worden, wollen wir dessen weiter nicht gedenken…

Das Hackbrett, das man heute hauptsächlich aus der alpenländischen Volksmusik, von den ungarischen Zigeunergruppen oder vielleicht noch von den vielen mittelalterlichen Darstellungen her kennt, war durch alle Jahrhunderte offensichtlich wegen der Verwendung zur Tanzmusik von einem "Wirtshausgeruch" umweht. Aber es finden sich auch zahlreiche Quellen, die eine Verwendung bei Hofe belegen. Johann Kuhnau beschreibt z. b. einen Auftritt Pantaleon Hebenstreits, der auf einem vergrößerten Hackbrett , dem vom Sonnenkönig Ludwig XIV. daselbst nach ihm benannten "Pantaleon", in ganz Europa Aufsehen erregte:

Endlich that Monsr Pantalon seine Sprünge, und nachdem er uns seinen schass von der Music durch praeludieren, fantasieren, fugieren und allerhand Caprices mit den bloßen Schlägeln gewiesen hatte, verbandt er endlich die Tangenten mit Baumwolle, und spielte eine Partie. Da wurde der Graf (Losy) ganz ausser sich gesetzt, er führte mich aus seinem Zimmer über den Saal, hörte von weiten zu, und sagte: Ey was ist das? Ich bin in Italia gewesen, habe alles was die Musica Schönes hat, gehöret, aber dergleichen ist mir nicht zu Ohren kommen...

Offensichtlich hat das Pantaleon den großen Bedarf an einer neuen Forte-Piano-Klangwelt gedeckt, bis das Hammerklavier - die mechanisierte Weiterentwicklung des Hackbretts - technisch ausgereift war.

Im Zuge der Schäfermode wurde das Hackbrett an den Höfen Frankreichs, Italiens und Spaniens sehr beliebt. Rund 150 erhaltene, meist prunkvoll verzierte Instrumente aus dem 18.Jhdt., zahlreiche Abbildungen, die Salteriospieler eindeutig adeliger Herkunft zeigen, und viele in den letzten 30 Jahren wiederentdeckte Originalkompositionen belegen dies.

Möge "das liebliche Sausen der Harmonie, … das auch, wenn man aufhöret… noch immer wie von weiten nach und nach abnimmt … bis ins Leben hinein (gehen)". Johann Kuhnau (1717) über sein "Pantalonisches Cymbal"

Elisabeth Seitz, Auszug eines Programmtextes

Zum Psalterion gesellen sich zwei Geigen, Gambe und Theorbe. Erfreuen Sie sich an Werken von Corelli, Schmelzer, Caldara und adventlicher Musik.

Bitte beachten Sie auch, dass wir in diesem Jahr zum ersten Mal das Weihnachtskonzert zweimal anbieten, so dass auch diejenigen unter Ihnen, die im Winter am Abend lieber zu Hause bleiben, schon am Nachmittag in den Genuss der schönen Musik kommen können.

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