Schönefelder Schloßkonzert - Sonderkonzert zum Valentinstag

Sonntag, 14. Februar 2010, 16.00 Uhr

Viola d'amore

Anne Schumann & Klaus Voigt - Viola d'amore
Alison McGillivray - Violoncello
Petra Burmann - Theorbe, Barockgitarre
Sebastian Knebel - Cembalo
Dorothea Vogel - Lesung

Anne Schumann und Klaus Voigt im Schloss Blankenburg



Auf dem Programm des Sonderkonzertes zum Valentinstag stehen Werke für zwei Violen d'amore sowie eine Auswahl von Liebeslyrik.

Lassen Sie sich von den besonderen Klängen der sogenannten Liebesgeigen verzaubern. Die Werke der eher unbekannten Komponisten stammen aus der Sächsischen Landesbibliothek in Dresden und wurden damals vom berühmten Konzertmeister Johann Georg Pisendel gesammelt und teilweise bearbeitet.

Schönefelder Schloßkonzert

Sonnabend, 27. März 2010
19.30 Uhr

Lamenti - Österreichische Barockmusik

Dorothea Vogel - Violine
Anne Schumann - Violine und Viola
Raquel Massadas - Viola
Niklas Trüstedt - Viola da gamba
Mark Nordstrand - Orgel

Lamenti, Klagelieder, gab es in der Musik zu allen Zeiten. Bekannt ist z.B. das Klagelied der Arianna, welches Monteverdi als tief berührendes Gesangsstück komponierte. Aber auch von Locatelli waren die „Tränen der Arianna“ schon einmal als Orchesterwerk in den Schönefelder Schloßkonzerten zu hören. Für die Karwoche wurden auch Lamentationen, die aus der kirchlichen Tradition stammen, von verschiedenen Komponisten verfasst.

In unserem Schlosskonzert werden instrumentale Lamenti erklingen. Bei unserer Auswahl haben wir uns vor allem auf den österreichischen Raum beschränkt. Komponisten wie Schmelzer und Biber schrieben Lamenti für verschiedene Anlässe. Da gibt es z.B. das Lamento für scordierte Violine aus Bibers Rosenkranzsonaten, das die Leiden Christi am Ölberg musikalisch darstellt. Oder ein Lamento von Schmelzer, welches er anlässlich des Todes von Ferdinand III. komponierte. In diesem Stück hört man sogar die Totenglocken läuten. Bei Aufführungen dieser Werke zur damaligen Zeit wurde die zweite Violine durch eine Bratsche ersetzt. Dieses dunklere Timbre der zwei Violen unterstützt den Charakter der Klage noch stärker.

Aber Sie werden in den einzelnen Werken nicht nur traurige Musik hören, die Komponisten der Barockzeit ließen auch in den größten Klagen den Hoffnungsschimmer nicht erlöschen. Freuen Sie sich auf einen wohlklingenden Abend.

Schönefelder Schloßkonzert

Sonnabend, 1. Mai 2010
19.30 Uhr

Orlando Furioso
Italienische Musik des Frühbarock

Anne Schumann - Violine
Dorothea Vogel - Violine
Petra Burmann - Theorbe
Niklas Trüstedt - Violone und Erzähler

Ludovico Ariostos berühmtes Epos vom „Rasenden Roland“ wurde von den meisten Komponisten als Oper mit dramatischen Szenen vertont. Wir möchten frühe italienische Musik von Uccellini, Mealli und vielen anderen mit Szenen des Werkes, gelesen von Niklas Trüstedt, verbinden. Drachen werden getötet und böse Mächte besiegt, da gibt es schöne Frauen und dunkle Märchenwälder. Die kurzen Kompositionen sind ebenfalls kleine Geschichten für Ihre eigene Fantasie. Tanzsätze lockern dazwischen den märchenhaften Abend auf.

Sommerfest in Schloss und Park

Sonnabend, 3. Juli 2010
16.00 Uhr

Wassermusiken
Werke von Telemann, Fasch und Händel

Chursächsische Capelle Leipzig

...Am Mittwoch abend, ungefähr um acht, begab sich der König in einem offenen Schiff auf eine Bootsfahrt...und fuhr, von vielen anderen, mit Standespersonen besetzten Booten, begleitet, flussauf nach Chelsea. Ein Schiff der Stadtgilde trug die Musiker, die über 50 Instrumente jeglicher Art verfügten. Sie spielten die ganze Zeit die schönsten, besonders für diese Lustfahrt von Mr. Händel komponierten Sinfonien, welche seiner Majestät derart gefielen, dass sie auf dem Hin- und Herweg dreimal wiederholt werden mussten. (Daily Courant 19. Juli1717)

Sommerfest 2009

Ganz so festlich, wie am 17. Juli 1717 Georg I. die Wassermusik von Händel erleben durfte, können wir dieses Werk am kleinen Teich hinter dem Schloss Schönefeld natürlich nicht darbieten, aber die Schlossanlage mit dem kleinen Park bietet eine wunderschöne Kulisse für unser diesjähriges Sommerfest mit Wassermusiken.

Dieses Thema wird in der Musik wie auch in der Malerei ganz unterschiedlich verarbeitet. Wie bereits im "Daily Courant" (siehe oben) beschrieben wurde, gibt es Kompositionen wie z.B. die Händelsche Wassermusik, die speziell für eine Festlichkeit auf dem Wasser komponiert wurde, aber eigentlich vom musikalischen Inhalt der verschiedenen Sätze keine direkte Beziehung zum Wasser hat, also durchaus auch Landmusik heißen könnte. Ganz anders bei Telemann: Seine Wassermusik sowie auch die Alsterouvertüre wurden für festliche Ehrungen geschrieben und haben auch inhaltlich etwas mit dem Wasser zu tun. Auf der einen Seite wird das Wasser selbst, z.B. die Ebbe und Flut beschrieben, andererseits werden Götter und Nymphen besungen, wie Najaden und Nereiden und natürlich auch Neptun höchstpersönlich. Die Alsterouvertüre beschreibt einen Spaziergang an der Alster. Frösche und Krähen konzertieren miteinander, Schwäne schwimmen lautlos vorbei, lustige Bootsleute und die Dorfmusik der Schäfer sind zu hören.

Zum ersten Mal seit unserem ersten Sommerfest 1996 werden bei unserer Freiluftmusik viele Bläser auftreten. In Telemanns Alsterouvertüre gibt es außer Oboen und Fagott sogar 4 Hörner. Um diesen besonderen Klang richtig auszukosten, haben wir noch eine Ouvertüren-Sinfonie für 4 Hörner, 3 Oboen und Streicher von Johann Friedrich Fasch ins Programm genommen. Im klanglichen Gegensatz dazu wird ein lustiges Violinkonzert von Telemann erklingen, in welchem musikalisch die Frösche quaken werden (Solistin Dorothea Vogel).

Schönefelder Schloßkonzert

Sonnabend, 28. August 2010
19.30 Uhr

Harmonia artificioso-ariosa
Werke für scordierte Violinen, Viola und Violen d'amore
von H.I.F. Biber

Chursächsische Capelle Leipzig

Kunstvoll-gesanglicher Wohlklang in verschiedenen Stimmungen

So betitelt Heinrich Ignaz Franz Biber seine ungewöhnliche Sammlung von Triosonaten. Ungewöhnlich deshalb, weil Biber für jede Partia eine andere Geigenstimmung, eine sogenannte Scordatur, verwendet.

Sie kennen diese Geigenumstimmungen bereits von Bibers "Rosenkranzsonaten" bzw. von Pachelbels "Musicalischer Ergötzung". Im Februar dieses Jahres erklangen zum Valentinstag zwei Violen d'amore im Schönefelder Schloßkonzert. Diese Instrumente verändern je nach Komposition ihre Stimmung und sind somit immer in Scordatur , da es für die Violen d'amore keine genau festgelegte Stimmung gibt. Warum schreibt Biber aber nun Triosonaten und Solosonaten in dieser "Verstimmung"? Um es genau zu sagen: Die Verstimmung wird, im harmonischen Sinne gesehen, oft eher ein Wohlklang, da die bei der Violine sonst übliche Quintenstimmung in harmonievolle Akkorde verändert wird. Saiten werden straffer oder schlaffer gespannt, all das ergibt eine völlig neue Klangvielfalt. Das ist wohl auch das Ziel der Scordatur: Unspielbare Doppelgriffe werden möglich, man kann interessante Klangfarben zaubern, neue Zusammenklänge herstellen. Biber, der ja selbst Geigenvirtuose war, experimentiert mit den Möglichkeiten des Instrumentes. Ihm reicht die virtuose Geigentechnik in der gewohnten Stimmung nicht, er will mehr. Raffiniert sollen die Klänge sein, überirdisch und außergewöhnlich. Wie auch in den Rosenkranzsonaten schreibt er für eine Partia die normale Geigenstimmung vor, die hier aber fremdartig zwischen den Scordaturen wirkt. In der 4. Partia verwendet Biber eine Viola anstelle der 2. Violine und lässt als krönenden Abschluss seines Zyklus die beiden Violen d'amore im klangschönen, aber auch traurig melancholischen c-moll erklingen.

Aus den ähnlich mit vielen Tanzsätzen gestalteten Partien fiel es uns schwer, die schönsten auszuwählen. So werden Sie an diesem Konzertabend in den Genuss des gesamten Zyklus kommen.

Ein Abend voller Wohlklang, kunstvoll-gesanglich, mit vielen verschiedenen Instrumenten in verschiedenen Stimmungen wartet auf Sie. Wir freuen uns wie immer auf Ihr Kommen. Karten können Sie auch unter 0341 2131331 vorbestellen.

Schönefelder Schloßkonzert

Sonnabend, 25. September 2010
19.30 Uhr

Flauto dolce
Werke für Blockflöte und Streicher von Telemann,Vivaldi, Händel, Scarlatti und Leclair

Antje Hensel – Blockflöte

Chursächsische Capelle Leipzig

Wer kennt sie nicht, die große Familie der Blockflöten, die wie die Gamben in verschiedenen Größen und damit in verschiedenen Stimmungen und wie beim Singen in verschiedenen Stimmlagen auftreten? Die Blockflöte scheint ein einfach zu erlernendes Instrument zu sein, so haben oft Kinder mit der Blockflöte ihren ersten Kontakt zu einem Musikinstrument. Aber für die Blockflöte wurden auch sehr virtuose Werke komponiert. Sie war und ist ein beliebtes Soloinstrument und wurde in vielen verschiedenen Musikkulturen als farbliche Bereicherung eingesetzt.

In den vergangenen Jahren haben wir in unseren Programmen einzelne Blasinstrumente, wie z.B. Fagott oder Chalumeau, vorgestellt. Nun soll die Blockflöte im Mittelpunkt unseres nächsten Schloßkonzertes stehen.

Antje Hensel wählte aus der unerschöpflichen Vielfalt der Blockflötenmusik ein abwechslungsreiches Programm mit Werken u.a. von Händel, Leclair und Vivaldi aus. Desweiteren wollen wir mit zwei Concerti an den 350. Geburtstag von Alessandro Scarlatti erinnern.

***

Antje Hensel studierte Blockflöte bei Robert Ehrlich an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" in Leipzig, bei Pamela Thorby an der "Guildhall School of Music and Drama" in London und bei Antonio Politano am Conservatoire de Lausanne (HEM), von welchem sie ein Solistendiplom mit Auszeichnung erhielt.

Ihr Repertoire umfasst Werke der Renaissance, des Barock sowie des 20. & 21. Jahrhunderts. Sie konzertierte solistisch und kammermusikalisch mit Ensembles wie u.a. der Academy of Ancient Music, dem European Brandenburg Ensemble with Trevor Pinnock, dem Gewandhausorchester und dem Thomanerchor Leipzig, dem Orchestre de Chambre de Lausanne, Le Concert Lorrain, der Bachakademie Stuttgart und dem Neuen Bachischen Collegium Musicum Leipzig in vielen Ländern Europas.

Antje Hensel gewann Stipendien (wie z.B. ein zweijähriges Postgraduiertenstipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes) und Preise, wie den 3. Preis im Internationalen Nicati-Wettbewerb in Biel (Schweiz). Sie hat an CD-Produktionen für Avie, Decca, Harmonia Mundi USA und Avi-music mitgewirkt. Seit 2006 bekleidet sie einen Lehrauftrag für das Fach Blockflöte an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig.

Schönefelder Schloßkonzert

Sonnabend, 4. Dezember 2010
19.30 Uhr

Ein Kind geborn zu Bethlehem

Werke von Corelli, Buxtehude, Schmelzer sowie Weihnachtsgesänge des Mittelalters

Maria Jonas - Sopran
Chursächsische Capelle Leipzig

Ein Kind geborn zu Bethlehem...
Alle Jahre wieder, es wird Advent! Das Konzert der Chursächsischen Capelle Leipzig wird in diesem Jahr besonders weihnachtlich gestaltet. Erklingen zu den Schönefelder Schloßkonzerten normalerweise Werke von Komponisten des 17. und 18. Jahrhunderts, bringt die Sopranistin Maria Jonas diesmal eine schöne Auswahl weihnachtlicher Gesänge des 15. Jh. mit. Sie wird dabei von Bettina Strübel auf dem Portativ begleitet. Sie werden bekannte Weihnachtslieder erkennen, aber auch unbekanntere aus Sammlungen wie z.B. der Anna von Köln hören. Als Kontrast gibt es "modernere" Musik für 2 Violinen, Viola da gamba und Basso continuo von Buxtehude, Corelli und Schmelzer u.a.

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