Schönefelder Schloßkonzert

Sonnabend, 20. Januar 2007
19:30 Uhr

Heiteres Beruferaten

Karnevalskonzert mit Werken von Müller, Hammerschmidt, Voigt, Krieger u. a.

Chursächsische Capelle Leipzig

"Ja, welches Schweinerl hätten Sie denn gern?"
Mit diesem Satz begann jede der so zahlreichen Folgen vom "Heiteren Beruferaten" mit Robert Lembke.
Übrigens war die erste Sendung vor genau 50 Jahren, am 2. Januar 1957!
"Kann man sagen, dass Ihre Tätigkeit im weitesten Sinne mit Musik zu tun hat???"

Aber Sie werden nun zu Recht fragen: Was hat dieser Titel mit den Schönefelder Schlosskonzerten und Barockmusik gemeinsam? Natürlich nichts, Sie haben Recht, es gibt weder Schweinchen noch unangenehme Fragen, die man nur mit ja oder nein beantworten darf! Es gibt einfach nur ein Konzert mit sehr schöner Musik.

Aber es ist ja Faschingszeit und unser Stammpublikum erwartet da etwas Besonderes. Und so sind wir beim Programmplanen auf etwas Lustiges gestoßen: Normalerweise suchen wir die Werke nach einem bestimmten Anlass aus, stellen sie nach Region oder Zeit zusammen, so dass in jedem Konzert ein roter Faden durchs Programm geht. Dieses Mal gibt es auch einen roten Faden, aber keinen musikalischen! Es sind die Namen, die zusammenpassen, alles Berufsbezeichnungen, die teilweise auch heute noch als Beruf oder Name zu finden sind: Fischer, Müller, Bäcker...

Lassen Sie sich von der Vielfältigkeit der Musik überraschen und bringen Sie auch Ihre Freunde mit ins Schloß Schönefeld.

 

Schönefelder Schloßkonzert

Sonnabend, 31. März 2007
19:30 Uhr

"Harmonische Freude"

zum 350. Geburtstag von Philipp Heinrich Erlebach

Chursächsische Capelle Leipzig

Philipp Heinrich Erlebach wurde 1657 in Esens, Ostfriesland, geboren. Er diente fast sein gesamtes Leben an der Hofkapelle in Rudolstadt. Zuerst war er Musikus und Kammerdiener, ab 1686 bis zu seinem Tode 1714 Kapellmeister. Von seinen zahlreichen Werken sind leider die meisten bei einem großen Schlossbrand 1735 verloren gegangen.

Von seinen Instrumentalwerken werden je 3 seiner Triosonaten und seiner Ouvertüren in diesem Konzert erklingen. Die Ouvertüren sind stilistisch der Musik Lullys sehr ähnlich. An den Höfen Thüringens wurde das Vorbild Frankreich in allen Details gelebt, so auch in der Musik.

Erlebach schreibt u.a. in seinem Vorwort:
"Weil auch die Manier/ solche Französische Sachen zu musicicen und aufzuführen / nunmehr ziemlich bekandt ist / als halte vor unnötig / selbige hier weitläufftig zu erklären und vorzuschreiben / sondern überlasse sie des Music-Liebhabers eigenem vernünfftigen Gutdüncken. Getröste mich im übrigen / daß / wie kein Tyger ohne Flecken / also auch bisher kein Werck ohne Tadel an die Welt gekommen / und hoffe gegenwärtige meine Arbeit werde so geneigt angesehen werden Daß mir deren günstige Aufnahme zur Anreitzung diene / was ich von anderen Sachen etwan noch bey mir verstecket ligen habe / denen Kunst=Begierigen Gemütern gleichfalls zu eröffnen und mitzutheilen."

Die Auswahl der Werke eines Komponisten wird auf keinen Fall eintönig wirken, da sie in farbiger Instrumentierung musiziert werden wird. So hören Sie z. B. bei den großbesetzten Werken auch die Variation mit einer Geige und drei Bratschen. Bei den kleinen Trios erklingen scordierte Violinen und als besonderer Höhepunkt eine Violino piccolo.

 

Sommerfest in Schloß und Park

Sonnabend, 23. Juni 2007
16:00 Uhr

Durchkläre dich, du Silbernacht

Leipziger Canzonetten, Balletti und Arien von Johann Caspar Horn und Johann Theile

Constanze Backes - Sopran
Matthias Vieweg - Bass

Chursächsische Capelle Leipzig
Leitung Ludger Rémy

Durchkläre dich, du Silbernacht, und laß die dunklen Schatten weichen. Der blanke Mond am Himmel wacht, sein Silber dir zu überreichen ...

Während Dresden den Kurfürsten nahezu königlich huldigt und mit Pracht geistliche Musik in Strenge entstehen lässt, fast schon erstarrt, aushauchend, lebt im fernen Leipzig eine neue, eine bürgerliche Weite auf, voll Freude, angetrieben durch offenes studentisches Leben. Amor und die Sinnenlust (natürlich mit teutscher Mäßigung!) singen ihre Freuden und Leiden laut hinaus; mal sind sie heiter, bisweilen aber auch - als ob der vergangene 30jährige Kriegsschatten noch nicht ganz im Horizont versunken sei - von herzzerreißender Melancholie, echtes Leben des Tags, aber auch das Wissen um die Vergänglichkeit lauer Nächte: zwiespältig. In Dresden tut teures Musikestablishment seine Pflicht - in Leipzig hingegen singt die einfache Nachtigall: "Durchkläre dich, du Silbernacht ..."

Das ist die Atmosphäre, in der die Arien und Canzonetten Theiles entstehen, der Geniestreich eines 21jährigen Jurastudenten, und die Balletti des Joh. Caspar Horn, eines ebenso jungen angehenden Mediziners.

Diese Musik wird Sie am 23. Juni im Schloß Schönefeld in Leipzig zu unserem traditionellen Sommerfest erfreuen. Ludger Rémy hat eigens für diesen Anlass die verschiedensten Arien und Canzonetten von Johann Theile mit einer Ballettfolge von Johann Caspar Horn verknüpft. Die Werke führen uns in die musikalische Welt Leipzigs zur zweiten Hälfte des 17. Jh.. Da klagt der Geliebte, dass Rosilis ihn betrübt habe, da sucht ein anderer sein Sonnenkind, es wird das freie Gemüte gepriesen, "das in sich selbst Vergnügen sucht und seines Geistes volle Blüte nicht selbsten hasset und verflucht; wie mancher, der sich halb entseelet, indem er sich mit Sorgen quälet." Und das Ballett selbst handelt von keinem geringeren als Orfeo, der bereits im ersten Akt um seine verlorene Euridice klagt.

Unterhaltungsmusik nicht nur für die Studenten in Leipzig, zu unserem Sommerfest auf jeden Fall für jung und alt! Es gibt auch wieder Kuchen auf der Wiese, Wein und kulinarische Genüsse von Jaques Weindepot! Der Kuchen ist wie immer im Kartenpreis enthalten.

 

Schönefelder Schloßkonzert

Sonnabend, 06. Oktober 2007
19:30 Uhr

Französischer Abend

mit Werken von Leclair, Rebel, Herveloix und Clérambault

Chursächsische Capelle Leipzig

Félicité - viel Glück für Sie! Dies ist der Titel einer Triosonate von Nicolas Clerambault, welche Sie in diesem Schönefelder Schloßkonzert erfreuen soll.

Der Abend könnte ein "Concert Spirituel" im damaligen Paris sein. Diese Konzerte wurden 1725 von Anne Danican Philidor in Paris gegründet. Sie waren bis 1790 ein Zentrum des Musiklebens außerhalb der Oper.

Mehrere unserer Komponisten traten als Solisten dort auf, so z.B. auch Jean Baptiste Senaille, der von 1713 bis 1730 einer der berühmten "24 Violons du Roy" war, wie auch Jean-Ferry Rebel. Giovanni Battista Somis, der einzige Italiener in der Runde, trat ebenfalls bei den "Concert Spirituel" auf. Er hatte bei Corelli in Rom studiert und unterrichtete berühmte französische Violinvirtuosen, z.B. Jean-Marie Leclair, von dem in unserem Konzert auch eine Triosonate erklingen wird. Somis beeinflusste entscheidend das "Italienische" in der französischen Musik. Als klangliche Abwechslung soll zum einen auch die Viola da gamba in einer Sonate von Hervelois zu hören sein, zum anderen erklingt ein Werk von Duphly für Cembalo solo mit Begleitung einer Violine.

 

Schönefelder Schloßkonzert

Sonnabend, 03. November 2007
19:30 Uhr

Die heimliche Gondel
Casanovas Venedig


Werke von Vivaldi, Galuppi, Albinoni u.a.

Chursächsische Capelle Leipzig

Die heimliche Gondel
Ein Konzert als musikalisch literarisches Bild Venedigs aus der Zeit Casanovas

Venedig im 18.Jahrhundert:

Der Glanz der Republik geht seinem Ende entgegen, die Lagunenstadt hat in Handel und Politik längst nicht mehr den starken Einfluss auf die Welt. Die Pest schwächt Venedig 1630-32 mit ca. 50000 Todesopfern. Die Türken dringen bis Kreta vor. Die Habsburger bauen Triest als funktionstüchtigen Hafen aus. Der Überseehandel findet nicht mehr am Rialto, sondern in Genua, Livorno, Triest und in den Häfen von Nordeuropa statt.

Doch Venedig lässt sich nicht verwirren. In der Lagunenstadt entfaltet sich eine Kultur des gesellschaftlichen Lebens, welche auf ganz neue Weise die Welt wieder zu sich lockt. Venedig wird zum Salon Europas. Seine neuen Waffen sind Schönheit und Geist. Und in diesem Venedig kann ein Casanova geboren werden. Der Frauenheld, wie wir ihn kennen, der aber auch starkes Interesse an Wissenschaft, Medizin und Alchemie hatte, der Theaterstücke schrieb und vor allem durch ganz Europa reiste.

In seinen Memoiren beschreibt Casanova außer seinen unzähligen Liebesabenteuern interessante Begegnungen mit bedeutenden Persönlichkeiten seiner Zeit: Er war Angestellter der venezianischen Botschaft in Konstantinopel, traf in Paris Ludwig den XV. und Madame Pompadour, sprach in Potsdam mit Friedrich dem Großen, in St. Petersburg mit Katharina der Großen, seine Reisen führten ihn auch zu Voltaire, mehrfach nach Dresden und 1788 auch hier nach Leipzig. Aber er sehnte sich immer wieder nach Venedig zurück: ...denn nachdem ich ganz Europa durchstreift hatte, wurde das Bedürfnis, meine Heimat wieder zu sehen, so heftig, dass mir zumute war, als wenn ich woanders nicht mehr leben konnte.(aus seinen Memoiren)

Casanova gehörte in das glanzvolle, dem Ende zu gehende Venedig. Aber er wurde immer wieder ins Gefängnis verbannt und konnte aus den berüchtigten Bleikammern des Dogenpalastes nur auf abenteuerliche Art fliehen, wie er 1787 in seinem Buch darüber beschreibt. Er kam 1774 nach langen Reisen zum letzten Mal nach Venedig zurück, musste aber bald darauf wegen seiner gesellschaftskritischen Satiren seine Heimatstadt für immer verlassen. Niklas Trüstedt wird aus seinen Memoiren lesen.

Musikalisch steht Baldassare Galuppi mit 2 Concerti im Mittelpunkt des Abends. Er komponierte schon sehr im Stile der Frühklassik, des Rokoko. Casanova begegnete ihm, als er auf dem Wege nach Petersburg war. Außerdem wählten wir einige typisch barocke Werke, so z.B. eine Sonate des Venezianers Albinoni und ein Concerto von Vivaldi, sowie 2 Trios aus früheren Zeiten, um das musikalische Bild abzurunden.

 

Schönefelder Schloßkonzert

Sonnabend, 29. Dezember 2007
19:30 Uhr

In Dulci Jubilo

Weihnachtliches Konzert


Maria Jonas - Sopran

Chursächsische Capelle Leipzig

Im Mittelpunkt des Konzertes stehen einige Werke von Dietrich Buxtehude, dessen
300. Todestag wir in diesem Jahr begehen.

Außerdem wird Maria Jonas mittelalterliche Weihnachtsmusik mit ihrer Drehleier vortragen:

aus dem Liederbuch Anna von Köln (um 1500): "Laist uns syngen ind vroelich syn" - Mittelalterliches "zwischen den" Jahren

 

Archivseite/www.barockmusik-in-leipzig.de